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BU Versicherung Ratgeber

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

Gerade junge Leute befassen sich häufig nicht mit dem Thema Berufsunfähigkeit. Sie machen sich eher Gedanken darüber, welchen beruflichen Weg sie nach der Schule oder dem Studium einschlagen wollen. Selbstverständlich ist das wichtig und sind wir mal ehrlich: Wer denkt schon an einen Unfall, der das ganze Leben verändern kann, bevor es überhaupt richtig angefangen hat? Doch wusstest du, dass jeder vierte Arbeitnehmer berufsunfähig wird und daher seinen Job nicht mehr ausführen kann? Das sind verdammt viele Menschen! In solch einer Situation können die Betroffenen nur froh sein, wenn sie rechtzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben.

Hast du schon einmal über eine BU-Versicherung nachgedacht, um dich für den Ernstfall abzusichern? Wahrscheinlich nicht, aber es ist der erste Schritt in die richtige Richtung, dass du dich mit diesem Ratgeber über das Thema informierst. Denn im schlimmsten Fall kann es schnell passieren, dass du durch eine Krankheit, Verletzung oder einen Unfall deine Tätigkeit nicht mehr ausüben kannst. Du bist davon nicht überzeugt? Dann stell‘ dir einfach folgendes Szenario vor:

Du bist eines schönen Nachmittags mit dem Auto unterwegs. Vielleicht hast du auf der Arbeit früher Feierabend gemacht, weil du mit deiner Familie die Sonne genießen willst. Ein Fahrer im Gegenverkehr passt nicht richtig auf und es kommt zu einem Unfall.

Autounfall

Du hast Glück im Unglück. Du überstehst den Autounfall, aber dein Arm, dein Bein oder deine Hand wird schwer verletzt. Manchmal kann es Jahre dauern, bis solche Verletzungen richtig verheilt sind – vielleicht wirst du das ganze Leben lang über Beschwerden klagen. Was dann? Ohne eine Berufsunfähigkeitsversicherung stehst du nun ziemlich dumm da. Im „günstigsten Fall“ erhältst du vom Staat eine sogenannte Erwerbsminderungsrente – die reicht jedoch im seltensten Fall aus, um deinen Lebensstandard halten zu können. Spätestens dann ist guter Rat teuer, denn für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist es zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät.

Schwarzmalerei, denkst du? Das finden wir nicht. Wir sind uns sicher, dass Vorsicht besser ist als Nachsicht. Haben wir dein Interesse geweckt? Dann solltest du unbedingt weiterlesen. Schließlich kostet es dich nur ein bisschen Zeit, diesen Ratgeber zu studieren.

 

Was ist eine Berufsunfähigkeits­versicherung und warum ist sie so wichtig?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz BU-Versicherung) ist eine finanzielle Absicherung für den Ernstfall. Sie hilft dir dabei, nicht ohne Einkommen dazustehen, wenn du aus gesundheitlichen Gründen deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Doch ab wann giltst du eigentlich als berufsunfähig?

Die Frage nach der Berufsunfähigkeit

Du hast einen Büro-Job, sitz den ganzen Tag am Schreibtisch und starrst auf den Bildschirm – was soll dir da schon groß passieren? Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich gering, dass du dir körperliche Verletzungen zuziehst. Vielleicht eine Sehnenscheidenentzündung, weil du über einen längeren Zeitraum auf der Tastatur tippst? Oder Rückenschmerzen durch einen unbequemen Stuhl und eine falsche Sitzposition? Dramatisch klingt das nicht gerade und schon gar nicht nach dem Verlust deiner Arbeitskraft. Aber ganz ehrlich: Alleine die Rückenprobleme können durch jahrelange Haltungsfehler sehr belastend werden. Das hört sich deiner Meinung nach nicht nach einem Grund für eine Berufsunfähigkeitsversicherung an? Dabei sind gerade die typischen „Schreibtischhengste“ besonders anfällig für psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burn-Out. Du glaubst uns nicht? Dann sieh selbst:

Ursachen von Berufsunfähigkeit in Deutschland

Laut einer Studie des unabhängigen Analysehauses Morgen & Morgen können rund 31 Prozent der deutschen Arbeitnehmer durch Nervenkrankheiten nicht mehr arbeiten. Dicht gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates sowie Krebs oder anderen bösartigen Geschwüren. Fakt ist leider, dass es nicht jeder Berufstätige schafft, bis zur Altersrente zu arbeiten. Denn bereits ein Bandscheibenvorfall kann nachhaltige Auswirkungen auf deinen Berufsalltag haben.

Wie sieht es mit der Erwerbsminderungsrente aus?

Prinzipiell würde dir im Falle einer Berufsunfähigkeit vom Staat eine Erwerbsminderungsrente zustehen. Die Rentenzahlung ist aber an bestimmte Bedingungen geknüpft:

  1. Du musst bereits fünf Jahre beitragspflichtig rentenversichert sein.
  2. Innerhalb dieses Zeitraums solltest du mindestens 36 Monate Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung entrichtet haben.

Wichtig ist außerdem Folgendes: Bei der Erwerbsminderungsrente ist es egal, ob du deinen aktuellen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Denn die Deutsche Rentenversicherung zieht ganz klar einen Strich zwischen einer Berufs- und Erwerbsunfähigkeit oder einer Erwerbsminderung. Solange du in irgendeiner Form zwischen drei bis sechs Stunden einer zahlungspflichtigen Tätigkeit nachgehen könntest, erhältst du nicht die volle Rentenhöhe. Den vollen Satz gibt es nur, wenn du dem Arbeitsmarkt weniger als drei Stunden pro Tag zur Verfügung stehen würdest.

Allein aus diesen Gründen ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig. Denn sie differenziert in diesem Punkt nicht. Wenn du mindestens sechs Monate aus gesundheitlichen Gründen deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr nachgehen kannst, kriegst du finanzielle Unterstützung. Du musst dir also keine Gedanken um deinen Lebensunterhalt machen, sondern kannst dich in Ruhe deiner Genesung widmen und dich bei Bedarf beruflich neu orientieren – sofern dies dein Gesundheitszustand zulässt.

Deine gesetzliche Absicherung reicht wahrscheinlich nicht aus

Vor allem dann nicht, wenn du deinen aktuellen Lebensstandard halten willst. Denn in der Regel beträgt der Satz der Erwerbsminderungsrente aktuell maximal 29 Prozent deines letzten Bruttoeinkommens. Und davon musst du noch Steuern abführen und deine Krankenkassenbeiträge bezahlen! Hinzu kommen deine Lebenserhaltungskosten wie Miete, Nebenkosten, Sprit, etc. Da kommt einiges zusammen. Wie du siehst, lohnt es sich durchaus, monatlich einen gewissen Betrag für deine BU-Versicherung aufzuwenden, statt sich ein überteuertes neues Smartphone zu kaufen. Denn im Schadensfall hast du von der Rente langfristig mehr als von der neuesten Technik. Die wird dir nämlich wenig nützen, wenn du deinen Arm nicht mehr gebrauchen kannst.

BU-Versicherung oder Smartphone?

 

Was du über eine Berufsunfähigkeits­versicherung wissen solltest

Das folgende Video vom ARD Mittagsmagazin gibt Dir einen kurzen Überblick über eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Ausführliche und detaillierte Informationen rund um Berufsunfähigkeitsversicherungen erhältst du in unserem Ratgeber.

YouTube Vorschau-Bild

Eine BU-Versicherung abzuschließen, ist kein Akt von wenigen Minuten. Das hast du mittlerweile wahrscheinlich festgestellt. Stattdessen ist eine intensive Vorbereitung im Vorfeld notwendig – schon um bösen Überraschungen vorzubeugen. Schließlich willst du nicht erst im Ernstfall vom Kleingedruckten oder eventuell bestehenden Klauseln erfahren, nicht wahr? Im Internet gibt es eine Fülle an Informationen: Die Tipps, Ratschläge und Werbung diverser Versicherungen können zunächst sehr einschüchtern wirken. Lass dich davon aber nicht abschrecken. Wir geben dir in diesem Ratgeber kompakte Antworten auf die häufigsten Fragen.

 

Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Für jeden! Denn deine Arbeitskraft ist dein wichtigstes Gut. Lebensmittel, Technik oder Luxusgüter kannst du ersetzen, deine Gesundheit jedoch nicht. Besonders relevant ist eine BU-Versicherung für folgende Personengruppen:

Gerade für Berufsanfänger und Auszubildende ist eine Versicherung ratsam. Denn du hast noch nicht so lange gearbeitet, um eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten. Das Prinzip ist ganz einfach: Keine Beiträge, keine finanzielle Unterstützung. Das klingt hart, ist aber leider so.

Wann ist für dich der günstigste Zeitpunkt, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen?

Je jünger du bist, umso höher ist die Chance auf eine gute BU-Versicherung. Am besten ist ein Zeitpunkt, bevor man sich für einen Beruf entschieden hat. Denn es gibt Berufe, bei denen die Beiträge höher oder niedriger im Vergleich zu anderen ausfallen. Hinzu kommen gesundheitliche Vorerkrankungen. Je gesünder du also bist, umso schneller erhältst du eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Schließe sie also so früh wie möglich ab, bevor Krankheiten, Verletzungen, Job oder Hobby dir einen Strich durch die Rechnung machen können.

Welche Voraussetzungen musst du für eine BU-Rente erfüllen?

Das mag für dich zunächst makaber klingen. Schließlich hast du im Ernstfall schon genug Probleme mit einem lädierten Körper oder einer angeschlagenen Psyche. Deine Versicherung muss sich aber an bestimmte Vorgaben halten, bevor sie an dich Zahlungen tätigen darf:

  1. Es ist sehr wichtig, dass du einen entsprechenden Nachweis von deinem Arzt hast. Dieser muss dir bescheinigen, dass du definitiv berufsunfähig bist – je nach Versicherung beträgt der nachzuweisende Zeitraum sechs Monate oder drei Jahre. Diese Angabe kannst du deinem Vertrag entnehmen.
  2. Anschließend solltest du schnellstmöglich bei deiner Versicherung einen Leistungsantrag auf BU-Rente Denn wenn du dich nicht zuckst – deine Versicherung wird es jedenfalls nicht tun!
  3. Deine Berufsunfähigkeit muss in deinem zuletzt ausgeübten Beruf mindestens 50 Prozent Es ist egal, ob diese durch eine Krankheit oder einen Unfall entstand.
  4. Ausschlaggebend ist außerdem, ob du die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantwortet

Wenn du selbstständig bist, ist die Situation mit der Berufsunfähigkeitsversicherung sogar noch komplizierter. Denn du musst zusätzlich nachweisen, dass du deine Tätigkeit nicht umorganisieren kannst. Doch was bedeutet das? Sofern du theoretisch andere Aufgaben innerhalb deines Betriebs übernehmen kannst, sinkt deine Berufsunfähigkeit und du erreichst die 50 Prozent nicht mehr. Das ist vor allem dann der Fall, wenn du weiterhin als Geschäftsführer tätig bist oder Aktivitäten ausführst, die deiner vorherigen Stellung entsprechen.

Ab wann erhältst du Leistungen von deinem Versicherer?

Theoretisch ab dem Tag, an dem eine Berufsunfähigkeit bei dir diagnostiziert wird. Dann solltest du dich sofort mit der entsprechenden Stelle in Verbindung setzen. Erwarte aber keine Leistungen in der nächsten Woche. Wie du weißt, hat niemand etwas zu verschenken – gerade wenn es um Geld geht. Keine Versicherung zahlt anhand eines Verdachtes. Stattdessen wird man zunächst deine medizinischen Befunde sowie deine Leistungsfähigkeit überprüfen. Ausschlaggebend sind auch die Angaben in deiner Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie werden sprichwörtlich nach dem Haar in der Suppe suchen, um dir nichts bezahlen zu müssen. Dieses Vorgehen kann durchaus ein paar Monate in Anspruch nehmen. Rechne also immer mit einer Wartezeit. Du weißt doch, die Räder der Bürokratie drehen sich langsam – gerade dann, wenn es eigentlich schnell gehen sollte.

Berufsunfähigkeits­versicherungen für Kinder und Schüler

Auch wenn du kein Kind oder Schüler mehr bist, kann dieses Thema für dich relevant sein. Denn irgendwann bist du vielleicht Vater oder Mutter eines Säuglings. Und dann wirst du dir viele Gedanken darum machen, was für dein Kind das Beste ist. Selbstverständlich wünschen wir niemandem etwas Schlechtes. Aber sind wir doch ehrlich: Wir alle werden irgendwann einmal krank und Unfälle passieren häufiger, als wir es uns vorstellen können. Es gibt viele Versicherer, die spezielle BU-Versicherungen für Kinder ab sechs Jahren anbieten und folgende Vorteile umfassen:

Um für einen umfassenden Schutz zu sorgen, bietet sich eine Kombination mit einer Kinderinvaliditätsversicherung an. Dann seid ihr sowohl gegen Unfälle als auch gegen Krankheiten bestens abgesichert. Lass dich diesbezüglich aber auf jeden Fall von einem Experten beraten.

BU-Versicherungen für Studierende und Auszubildende

Bekanntlich sitzt bei Auszubildenden das Geld nicht sonderlich locker. Wenn die Eltern „zu viel verdienen“, verringert sich das Bafög. In Studienorten mit hohen Lebenserhaltungskosten wie München oder Jena reichen die Finanzen manchmal nur für die wesentlichen Dinge wie Miete, Nebenkosten und Krankenversicherung (ab einem Alter von 25 Jahre). Und das Ausbildungsgehalt fällt auch nicht sonderlich hoch aus, obwohl du 40 Stunden in der Woche arbeitest. In dieser Situation überlegst du dir wahrscheinlich dreimal, wofür du dein Geld ausgibst. Vielleicht denkst du, dass du ja nach deinem Abschluss noch ausreichend Zeit für eine Berufsunfähigkeitsversicherung hast. Womöglich stehen deine Chancen sogar sehr gut auf dem Arbeitsmarkt. Doch was machst du, wenn du aus gesundheitlichen Gründen deine Ausbildung vorzeitig abbrechen musst, weil du berufsunfähig wirst? Dein Traum ist vorbei, bevor er überhaupt richtig angefangen hat. Und eine Erwerbsminderungsrente bekommst du bekanntermaßen nicht. Du siehst, allein deswegen lohnt es sich, in eine BU-Versicherung zu investieren statt dein Geld auf der nächsten Party zu verjubeln.

BU-Versicherung oder Party?

Berufsunfähigkeits­versicherung für Hausfrauen/-männer

Haufrauen oder –männer benötigen keine BU-Versicherung? Sie sind ja eh den ganzen Tag zu Hause und das bisschen Haushalt schmeißt sich sowieso fast von allein? Da liegst du aber ganz falsch: Wusstest du, dass ein Drittel aller Unfälle in den eigenen vier Wänden passieren? Wenn Menschen nicht berufstätig sind, heißt das nicht, dass sie nicht arbeiten. Mütter und Väter übernehmen beispielsweise die Kinderbetreuung, sie halten die Wohnung sauber – manchmal finden sie vielleicht auch einfach keine Arbeit oder haben bereits gesundheitliche Einschränkungen. Was passiert, wenn sie berufsunfähig werden? Für die Hausarbeit wird eine Haushaltshilfe und für den Nachwuchs eine Erzieherin benötigt, die wiederum Geld kosten. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist in diesem Fall daher ebenfalls zwingend erforderlich.

BU-Versicherungen für Beamte

Zunächst einmal werden Angestellte im Öffentlichen Dienst nicht berufs-, sondern dienstunfähig. Sie erhalten dann ein Ruhegeld. Ausschlaggebend ist allerdings der aktuelle Status:

Wenn du im Öffentlichen Dienst tätig bist, sind für dich somit die ersten fünf Jahre entscheidend. Denn in dieser Zeit besteht kein Anspruch auf finanzielle Unterstützung durch deinen Dienstherren. Allerdings benötigst du nicht nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung, um als Beamter auf alle Individualitäten vorbereitet zu sein. Wir empfehlen, entweder in den Vertrag die Beamtenklausel hinzuzufügen oder direkt eine richtige Dienstunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Leistet eine Berufsunfähigkeits­versicherung auch im Falle einer Arbeitsunfähigkeit?

Kurz und knapp: Nein, tut sie nicht. Obwohl häufig synonym verwendet, gibt es signifikante Unterschiede zwischen einer Arbeits- und einer Berufsunfähigkeit. Hast du dir auf Arbeit einen Bänderriss zugezogen oder einen Tennisarm entwickelt und kannst nun deinen Beruf temporär nicht mehr ausüben, dann bist du arbeitsunfähig. Dasselbe gilt übrigens, wenn eine Wiederaufnahme der Tätigkeit deine Beschwerden sogar verschlimmern könnte oder leichtere Aufgaben ebenfalls nicht möglich sind. Es macht generell keinen Sinn, krank im Büro aufzutauchen – in solchen Situationen kann es deine Gesundheit aber wirklich langfristig schädigen. Im Normalfall bekommst du dann eine Krankschreibung deines Hausarztes. Innerhalb der ersten sechs Wochen zahlt dein Arbeitgeber weiterhin dein Gehalt, im Anschluss übernimmt das die gesetzliche bzw. private Krankenversicherung. Das sogenannte Krankengeld beträgt allerdings nur knapp 70 Prozent deines Lohns und wird lediglich für höchstens 78 Wochen ausgezahlt. Sobald dein gesundheitlicher Zustand allerdings deutlich macht, dass du mindestens sechs Monate nicht arbeiten kannst, ist die BU-Versicherung zuständig.

Was passiert, wenn die Laufzeit deines Vertrages endet, aber du nicht berufsunfähig bist?

Dann solltest du dich in erster Linie freuen, denn der Ernstfall ist nicht eingetreten und du bist weitestgehend gesund! Geld erhältst du allerdings trotzdem nicht. Deine Berufsunfähigkeitsversicherung zählt nämlich zu den Risikoversicherungen. Die schließt du nur für den Fall der Fälle ab. Um dich im Notfall abzusichern. Tritt dieser nicht ein, freuen sich die Versicherungen über deine Beiträge und du dich über deine bestehende Gesundheit.

Nein, eine Unfallversicherung reicht nicht aus!

Sich gegen private Unfälle abzusichern, ist niemals eine schlechte Idee. Sie gleicht aber keine BU-Versicherung aus und bringt dir rein gar nichts, wenn du berufsunfähig wirst. Überlege dir einmal, was eine Unfallversicherung in der Regel abdeckt: Schäden durch Fremdeinwirkung von außen, durch die du unfreiwillig gesundheitlich beeinträchtigt wirst. Und jetzt ruf‘ dir noch einmal die Grafik mit den häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit ins Gedächtnis. Lediglich 10 Prozent sind auf Unfälle zurückzuführen! Die Chance ist also ziemlich gering, dass eine Unfallversicherung wirklich ausreicht.

 

Die Kosten einer Berufsunfähigkeits­versicherung

Auf die Frage nach der Höhe der Beiträge gibt es keine Pauschalantwort. Um die Kosten zu berechnen, beziehen Versicherungsgesellschaften verschiedene Faktoren mit ein:

Anhand deiner Angaben wird man zunächst eine Risikoanalyse durchführen. Wenn du zum Beispiel Maurer bist und Bergsteigen oder andere Extremsportarten zu deinen Lieblingsbeschäftigungen gehören – dann viel Spaß, sowohl dein Beruf als auch dein Hobby werden dementsprechend hoch gewichtet. Du kannst dich also auf einen hohen Beitragssatz einstellen.

 

Kosten-Beispiele

Wir haben die niedrigsten monatlichen Beiträge für verschiedene Berufsgruppen bei check24.de recherchiert, damit Du eine Übersicht über die Kosten einer BU-Versicherung im Verhältnis zu der monatlichen BU-Rente erhältst. Die recherchierten monatlichen Beiträge sind lediglich Kosten-Beispiele ohne Angaben zu Gesundheitszustand oder Hobbys. Deine monatlichen Beiträge richten sich nach den individuellen Angaben bei Vertragsabschluss.

 

Niedrigster monatlicher Beitrag bei 1.000€ versicherter BU-Rente

Annahmen: Angestellter in Vollzeit mit abgeschlossener Berufsausbildung, Eintrittsalter 35 Jahre, Endalter 67 Jahre, Nicht-Raucher, Unter 50% Bürotätigkeit

Beruf Mon. Rate ab
Maler 136,95 €
Kfz-Mechaniker 75,71 €
Büroangestellte, r 38,59 €
Arbeitslose,r mit Berufsausbildung 56,51 €
Arbeitsmedizinische,r Assistent,in 45,32 €
Parkettleger,in 145,83 €
Gerüstbauer,in 167,80 €
Dachdecker,in 167,80 €
Berg- und Maschinenmann 167,80 €
Pflasterer,in 164,30 €
Fleischwarenhersteller,in 137,16 €
Estrichleger,in 164,30 €
Fliesenleger,in 164,30 €
Zimmerer,in 148,08 €
Maurer,in 167,80 €
Verputzer,in 122,34 €
Sprengmeister,in 167,80 €
Isolierer,in 146,42 €
Bauhilfsarbeiter,in 167,80 €
Bäcker,in 146,42 €
Stauer,in 167,80 €
Einzelhandelskaufmann,frau (Lebensmitteleinzelhandel) 45,32 €
Verkäufer,in 70,28 €
Fitness-Trainer,in 109,32 €
Altenpfleger,in 122,56 €
Zahnarzthelfer,in 64,20 €
Apotheker,in 29,85 €

Quelle: check24.de (aufgerufen am: 19.06.2018)

Weitere Berufe

Niedrigster monatlicher Beitrag bei 1.000€ versicherter BU-Rente

 

Niedrigster monatlicher Beitrag bei 1.500€ versicherter BU-Rente

Annahmen: Angestellter in Vollzeit mit Hochschulabschluss, Eintrittsalter 27 Jahre, Endalter 67 Jahre, Raucher, 50% bis 80% Bürotätigkeit

Beruf Mon. Rate ab
Marketingberater,in 38,00 €
Web-Designer,in 56,75 €
Sozialbetreuer,in 74,42 €
Lehrer,in 82,97 €
Anwendungsentwickler,in (EDV) 38,00 €
Berufssoldat,in 130,99 €
Energiebeauftragte,r 80,90 €
Gesundheitsberater,in 73,01 €
Softwareingenieur,in 38,00 €
Maschinenbauingenieur,in 48,31 €

Quelle: check24.de (aufgerufen am: 07.07.2018)

 

Niedrigster monatlicher Beitrag bei 2.000€ versicherter BU-Rente

Annahmen: Angestellter in Vollzeit mit Master / Diplom, Eintrittsalter 30 Jahre, Endalter 67 Jahre, Nicht-Raucher, 50% bis 80% Bürotätigkeit

Beruf Mon. Rate ab
Arzt,Ärztin (sonstige) 67,28 €
PR-Berater,in 79,12 €
Chirurg,in 79,24 €
Projektleiter,in 67,28 €
Produktentwickler,in 74,98 €
Architekt,in 52,63 €
Flugzeugbauingenieur,in 67,28 €
Softwareberater,in 52,63 €
Diplom-Chemiker,in 52,63 €
Logistikleiter,in 73,62 €

Quelle: check24.de (aufgerufen am: 07.07.2018)

 

So werden Berufsgruppen eingestuft

Wenn du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, interessieren sich Versicherer für deine Qualifikationen. Als Akademiker hast du zum Beispiel gute Chancen auf niedrige Beiträge. Relevant ist aber in erster Linie das Unfallrisiko in deinem Beruf:

Risikogruppen BU-Versicherung

Das heißt aber nicht, dass du dich davon abschrecken lassen solltest. Gerade wenn du einen Beruf der Risikogruppe fünf oder sechs ausübst, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung erst recht wichtig für dich. Außerdem gibt es keine Pauschale für eine bestimmte Berufsgruppe. Bei jedem Antrag wird der Betrag neu berechnet. Tipp: Achte auf die korrekte Job-Bezeichnung. Manchmal wird eine Tätigkeit nämlich falsch betitelt, woraufhin die Kosten steigen können.

Risikoreiche Hobbys solltest du nicht verschweigen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung und deine ausgeübten Hobbys hängen stark miteinander zusammen. Verletzt du dich nämlich bei einer Extremsportart und wirst daraufhin berufsunfähig, willst du schließlich auch die entsprechenden Leistungen deines Versicherers genießen, richtig? Dafür musst du aber wahrheitsgemäße Angaben machen und nichts verschweigen – auch wenn du ein Hobby hast, was vielleicht nicht versicherbar ist!

risikoreiche Hobbys BU-Versicherung

Die Darstellung zeigt Hobbys, die Auswirkungen auf eine BU-Versicherung haben können. Es ist durchaus möglich, dass eine Versicherungsgesellschaft auch Extremsportarten wie Bergsteigen ohne Sicherung mit einem gewissen Aufschlag mitversichert.

Wir empfehlen dir, im Vorfeld, sowohl wegen deiner Hobbys als auch deiner Berufsgruppe eine (anonyme) Risikovoranfrage zu stellen. Die Auskunft ist für Versicherungen bindend. Solltest du eine Ablehnung erhalten, musst du diese anderen Versicherern gegenüber nicht erwähnen.

Kannst du die Beiträge der Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen?

Ja, das kannst du. In der Steuererklärung findest du beim Sonderausgabenabzug eine Zeile für „andere Versicherungen“. Dort trägst du deine Beiträge ein. Nun folgt das große aber: Das ist nämlich nur möglich, wenn deine Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr als 1.900 Euro (Angestellte) oder 2.800 Euro (Selbstständige) betragen. Mehr Informationen erhältst du im Bürgerentlastungsgesetz von 2010.

Die BU-Rente unterliegt der Steuerpflicht

Leider musst du die Leistungen aus deiner BU-Versicherung versteuern. Schließlich handelt es sich um finanzielle Einnahmen, mit denen du deinen Lebensunterhalt bestreitest. Zu deinem persönlichen Steuersatz kommt der sogenannte Ertragsanteil für temporäre/abgekürzte Leibrenten. Dieser berechnet sich wie folgt: Je länger du auf deine Berufsunfähigkeitsversicherung angewiesen bist, umso höher ist die Besteuerung – traurig aber wahr. Anders sieht es aus, wenn du Leistungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge erhältst. Diese wird zu 100 Prozent versteuert. Bei Erträgen aus der Rürüp-Rente oder der Deutschen Rentenversicherung liegt der Besteuerungssatz aktuell bei 72 Prozent – dieser steigt mit den Jahren allerdings stetig an.

Sind die Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung pfändbar?

Leider ja. Allerdings darf dir niemand so viel Geld „abknöpfen“, dass du unter die Grundsicherung rutschst.

Besteht der Versicherungsschutz auch bei Arbeitslosigkeit?

Sofern du deine Beiträge weiterhin pflichtbewusst jeden Monat zahlst, bleibt der Schutz deiner Berufsunfähigkeitsversicherung bestehen. Problematisch wird es, wenn du finanzielle Schwierigkeiten hast, die das nicht mehr zulassen. Es gibt allerdings Versicherer, die entsprechende Klauseln in ihre Verträge einfügen und eine Stundung ermöglichen. Das bedeutet aber auch, dass deine Beiträge steigen. Sofern eine Beitragsbefreiung möglich ist, musst du außerdem mit einem verminderten Versicherungsschutz rechnen. Lass dich dahingehend also sehr gut beraten.

 

Das solltest du vor und bei Vertragsabschluss beachten

Die richtige Wahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist kein Zuckerschlecken. Denn es gibt unglaublich viele Faktoren, auf die eine Versicherung wert legt. Über die meisten haben wir uns aber noch nie Gedanken gemacht. Dazu zählt im Übrigen das Kleingedruckte, auf das dich die Versicherungen mit Sicherheit nicht aufmerksam machen. Damit keine bösen Überraschungen auf dich zukommen und du nicht im Ernstfall ohne Geld dasitzt, haben wir die wichtigsten Fakten für dich zusammengestellt.

Vertragsabschluss

Achte auf die Regelungen

Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen beinhalten spezielle Klauseln, die verhindern, dass du schnell und einfach deine Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt bekommst. Wichtig ist hierbei die sogenannte Staffelregelung. Diese legt fest, ab welchem Prozentsatz du berufsunfähig bist. In der Regel beträgt der Berufsunfähigkeitsgrad 50 Prozent. Es gibt aber auch Versicherer, die eine Staffelung von 25/75 präfieren. Hast du eine Invalidität von 25 Prozent erreicht, stehen dir anteilige Leistungen zu. Erst wenn du mindestens 75 Prozent berufsunfähig bist, erhältst du den vollen Leistungsumfang. Wir raten dir dringend dazu, eine BU-Versicherung mit einer Pauschalregelung von 50/50 abzuschließen. Nur so rutscht du nicht unter das Existenzminimum.

Die abstrakte Verweisung

Berufsunfähigkeit bedeutet, dass du deinen Beruf oder eine ähnliche Tätigkeit deine Fähigkeiten bzw. Kenntnisse entsprechend ausführen kannst. Soweit so gut. Wenn du aber nicht auf die abstrakte Verweisung verzichtest, darf dir dein Versicherer eine andere berufliche Tätigkeit zuweisen. Und dann ist es theoretisch egal, ob du dafür qualifiziert bist oder überhaupt eine Anstellung findest. Die Leistungspflicht deiner BU-Versicherung erlischt trotzdem und du stehst letztendlich mit leeren Händen da.

Berufswechsel

Bei einer guten Berufsunfähigkeitsversicherung spielt ein Jobwechsel keine Rolle. Relevant ist lediglich die ausgeführte Tätigkeit bei Vertragsabschluss. Es darf dir also kein Nachteil entstehen, wenn du von einem risikoarmen zu einem –reichen Beruf wechselt. Die Beiträge bleiben in der Regel gleich.

Nachversicherungsgarantie und Beitragsdynamik

Die Lebenserhaltungskosten sind in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Das wird wohl auch weiterhin passieren. Daher ist ein dynamischer Vertrag im Rahmen deiner Berufsunfähigkeitsversicherung die perfekte Lösung, um auf die Inflation zu reagieren. Das bedeutet, dass deine Beiträge ab einem bestimmten Zeitpunkt jährlich um zwischen einem und drei Prozent ansteigen. Dadurch erhöhen Sie ebenfalls die Leistungen im Ernstfall.

Achte außerdem auf die Nachversicherungsgarantie in deiner BU-Versicherung. Dank ihr kannst du nämlich auf veränderte Lebenssituationen reagieren und deine Beiträge dementsprechend anpassen – ohne erneute Gesundheitsprüfung. Dazu zählen unter anderem:

Es ermöglicht dir außerdem mehr Flexibilität. Denn wenn du einen neuen Job antrittst, bei dem du deutlich mehr verdienst als vorher, kannst du deine ebenfalls Beiträge erhöhen.

Laufzeiten

Erkundige dich im Vorfeld, wie hoch in deinem Fall das Renteneintrittsalter ist. Deine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte bis mindestens zum Rentenbeginn laufen, falls du kurz vor Ende deiner Karriere doch plötzlich berufsunfähig wirst.

Prognosezeitraum

Dieser sollte im Idealfall sechs Monate betragen. Es gibt aber auch Versicherer, die sich für drei Jahren entscheiden. Das bedeutet, dass du als Arbeitnehmer erst nach diesem Prognosezeitraum Anspruch auf Leistungen hast.

Meldefristen

Viele Versicherungen bestehen darauf, dass du Änderungen in deinem Leben innerhalb eines bestimmten Zeitraums offen legst. Die Fristen sind sehr wichtig, wenn eine Berufsunfähigkeit eintritt. Du musst unbedingt wissen, bis wann du diese melden musst, um im Zweifelsfall auch rückwirkend Leistungen zu erhalten und einer Anzeigepflichtverletzung zu entgehen.

Bedarfsermittlung

Bevor du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, solltest du deinen Bedarf ermitteln. Wie viel Geld benötigst du, um deinen Lebensstandard zu halten oder zumindest deine Lebenssituation nicht weiter zu verschlechtern. Experten empfehlen, dass der Betrag mindestens 75 bis 80 Prozent deines Nettolohns entsprechen sollte. Beachte: Erkundige dich, wie hoch deine Erwerbsminderungsrente ausfallen würde. Dafür gibt es im Internet eine Vielzahl an speziellen Rechnern. Bei einer betrieblichen Altersvorsorge gibt es oft eine Klausel für die betriebliche Vorsorge. Diese wird bei Invalidität ausgezahlt. Rechne beide Beträge unbedingt bei deiner Bedarfsermittlung mit ein.

Arztanordnungsklausel

Die meisten Versicherer verzichten mittlerweile auf diese Klausel. Aber man weiß ja nie, du solltest deinen Vertrag auf jeden Fall dahingehend prüfen. Die Arztanordnungsklausel besagt nämlich, dass du einen vorgegebenen Arzt aufsuchen musst, der deine Berufsunfähigkeit feststellt. Tust du das nicht, kann die Versicherung deine Leistungen verweigern.

Weltweiter Versicherungsschutz

Was passiert, wenn du einen neuen Job im Ausland antrittst? Bestehe auf einen weltweiten Versicherungsschutz ohne temporäre Einschränkungen. Nur dann bist du im Falle eine Berufsunfähigkeit ausreichend abgesichert.

 

Gesundheitsfragen

Deine Berufsunfähigkeitsversicherung steht und fällt mit dem Gesundheitsfragebogen. Denn dieser ist ausschlaggebend dafür, ob du eine BU-Versicherung erhältst und wie hoch die Beiträge ausfallen. Beantworte die Fragen wahrheitsgemäß! Machst du das nicht und es kommt raus, verweigern dir die Versicherer die Leistungen. Vor allem dann, wenn deine Berufsunfähigkeit auf einer verschwiegenen Erkrankung beruht! Spätestens im Leistungsfall nehmen Versicherungen während der Prüfungsphase deine Krankenakte nämlich ganz genau unter die Lupe und beleuchten wirklich jede Kleinigkeit. Tipp: Beantrage vor Antragsstellung einer Berufsunfähigkeitsversicherung alle Akten deiner Ärzte. Sie sind dazu verpflichtet, dir diese auszuhändigen. Dadurch weißt du bereits im Vorfeld, welche Krankheiten dokumentiert sind. Alternativ kannst du auch bei deiner Krankenkasse nachfragen.

BU-Versicherung Gesundheitsfragen

Häufig vorkommende Krankheiten und deren Gewichtung

Nicht jede Krankheit nimmt wirklich Einfluss auf deine Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine Erkältung ist beispielsweise vollkommen irrelevant, eine chronische Bronchitis hingegen nicht.

   Ablehnungsgrund    Zuschläge & Ausschlüsse    Unproblematisch
      Alzheimer

      Schlaganfall

      HIV

      Aids

      Hepatitis C

      Multiple Sklerose

      Chronische Bronchitis

      Übergewicht bis BMI 30

      Morbus Crohn

      Schilddrüse

      Bandscheibenvorfall

      Allergien

      Leichtes Übergewicht

      Lungenentzündung

      Gallensteine

      Niedriger Blutdruck

      Fissuren

Versicherungen interessieren sich besonders für erblich bedingte und chronische Krankheiten. Operationen, Unfälle, Infektionen sowie Abhängigkeiten (Medikamente, Drogen, Alkohol) können die Entscheidung natürlich ebenfalls beeinflussen. Aufmerksam werden Versicherer bei Vorerkrankungen. Dazu zählen beispielsweise:

Beachte die Zeiträume

In der Regel wird bei jeder Gesundheitsfrage ein konkreter Zeitraum vorgegeben. Bezieht sich die Fragestellung auf die letzten fünf Jahre, kannst du alle Erkrankungen, die älter sind, vergessen. Die interessieren dann wirklich niemanden. Warst du zum Beispiel wegen eines Bänderrisses vor zehn Jahren in Behandlung, die Frage beschränkt sich aber auf die letzten drei Jahre, musst du ihn nicht angeben. Es sei denn, du hast noch immer mit den Folgeerscheinungen zu kämpfen und suchst deswegen einen Arzt auf.

Antworte immer wahrheitsgemäß

Gib am besten wirklich jede Krankheit an, um auf der sicheren Seite zu sein. Dazu zählen auch grippale Infekte oder Verletzungen, mit denen du nur kurzfristig Probleme hattest. Das wäre beispielsweise ein Tennisarm. Selbst wenn du mittlerweile über keinerlei Beeinträchtigungen mehr klagst, solltest du die Erkrankung trotzdem bei den Gesundheitsfragen erwähnen. Wenn du dir unsicher bist, solltest du Rat bei deinem Hausarzt suchen. Denn im Zweifelsfall wird sich deine Versicherung auf die aktuelle Rechtsprechung beziehen. Diese besagt, dass jeder Antragssteller zu einer zumutbaren Anspannung seines Gedächtnisses verpflichtet ist. Das bedeutet, Aussagen wie „Das habe ich vergessen“ zählen nicht.

Wann darf der Versicherer Leistungen verweigern?

Gründe dafür gibt es leider mehr als uns allen lieb sein kann.

Achtung: Wenn dir eine Berufsunfähigkeitsversicherung verweigert wird, erfolgt ein Eintrag im zentralen Register. Jeder Versicherer weiß also Bescheid.

Gibt es Berufsunfähigkeitsversicherungen ohne Gesundheitsprüfung?

Leider nein. Die einzige Möglichkeit besteht in einer betrieblichen Altersvorsorge, die gleichzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung beinhaltet. Es gibt allerdings spezielle BU-Versicherungen mit einem deutlich reduzierten Fragenkatalog. Die sind allerdings teurer und bieten einen deutlich geringeren Leistungsumfang.

 

Berufsunfähigkeits­versicherungen – ein Vergleich lohnt sich

Bevor du dich für eine BU-Versicherung entscheidest, solltest du dich über das bestehende Angebot ausführlich informieren und diese miteinander vergleichen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten

BU-Versicherungen Vergleich

Vorjahressieger beachten

Bekannte Institute wie Stiftung Warentest, Focus-Money oder Analyse-Institute wie Morgen & Morgen vergleichen jährlich die Konditionen von Versicherungen und stellen die Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung. Wir raten allerdings davon ab, sich allein auf die Tests zu verlassen. Denn sie stellen lediglich eine Momentaufnahme dar und betrachten nie das komplette Sortiment. Außerdem beschränken Sie sich nur auf eine begrenzte Auswahl an Versicherern. Um dir einen Überblick über die aktuellen Konditionen zu verschaffen, lohnt sich daher ein Blick auf die Webseiten der einzelnen Anbieter von BU-Versicherungen.

Vergleichsportale verwenden

Im Internet gibt es unzählige Möglichkeiten, Berufsunfähigkeitsversicherungen einem direkten Vergleich zu unterziehen. Zu den bekanntesten Portalen zählen aktuell Verivox und Check24. Sie sollen ihren Nutzern dabei helfen, dass für sie beste Angebot zu erhalten. Wir empfehlen, bei BU-Versicherungen niemals nur eine Plattform für den Vergleich zu nutzen, sondern die Ergebnisse mehrerer Portale einander gegenüberzustellen. Der Grund ist ganz einfach: Sie sind in der Regel nicht unabhängig, sondern generieren ihre Einnahmen durch Provisionen. Sie sind aber eine sehr gute erste Anlaufstelle, um sich durch die Vielfalt an Versicherern zu kämpfen und diverse Anbieterbewertungen zu durchforsten, die von (un-)zufriedenen Versicherungsnehmern erstellt wurden. Außerdem werben solche Portale mit satten Rabatten und lohnenswerten Vergünstigungen, wenn du dich für ein Angebot auf ihrer Seite entscheidest.

Den Rat eines Versicherungsmaklers einholen

Wenn du Berufsunfähigkeitsversicherungen nicht online vergleichen willst und zusätzlich gern einen Experten an der Seite hättest, empfehlen sich Versicherungsmakler. Ihnen teilst du mit, welchen Anforderungen deine zukünftige BU-Versicherung entsprechen soll. Anschließend begeben sie sich für dich auf die Suche nach einem passenden Anbieter. Ein absoluter Pluspunkt ist die persönliche Beratung. Es gibt jedoch eine Sache, auf die du unbedingt achten solltest: Wähle stets einen unabhängigen Versicherungsmakler, der dir eine objektive Auflistung aller Möglichkeiten anbietet und das Angebot nicht nur auf die Vertragspartner bzw. deren Provisionen reduziert.

 

Alternativen zur herkömmlichen Berufsunfähigkeits­versicherung

Du möchtest keine reine BU-Versicherung oder weißt genau, dass du wegen der Gesundheitsfragen wahrscheinlich keine bekommst? Wir haben ein paar Alternativen zusammengestellt, die für dich interessant sein könnten. Für welchen Weg du dich letztendlich entscheidest, sei dir überlassen. Uns ist es nur wichtig, dass du dich ausreichend über das Thema informiert hast, bevor du eine Wahl triffst.

Grundfähigkeitsversicherung

Mit ihr kannst du zumindest einen Teil deiner Grundfähigkeiten wie dein Seh-, Sprach- oder Orientierungsvermögen für den Ernstfall absichern. In der Regel erhältst du Leistungen unabhängig davon, ab du weiter in deinem Beruf arbeiten kannst oder nicht. Der enorme Vorteil gegenüber einer Berufsunfähigkeitsversicherung: Die meisten Erkrankungen spielen hier keine Rolle. Du erhältst dennoch den vollen Leistungsumfang.

Dread-Disease-Versicherung

Sie umfasst normalerweise bis zu 30 schwere Krankheiten. Unter anderem Krebs, Herzinfarkt, Verlust von Gliedmaßen oder HIV, sofern kein Eigenverschulden vorliegt. Ungeschützter Sexualverkehr ist demnach nicht abgesichert, du solltest daher auch weiterhin nicht auf Kondome verzichten.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Wenn du wegen einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgelehnt wurdest, stellt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine sinnvolle Alternative dar. Du erhältst zwar nur Leistungen, wenn du keiner täglichen Arbeit mehr nachgehen kannst – aber es ist zumindest besser als nichts.

Funktionsinvaliditätsversicherung

Für diesen Versicherungstyp solltest du dich nur entscheiden, wenn du wirklich keine andere Möglichkeit hast. Denn oftmals sind die Bedingungen nicht überschaubar. Außerdem erfolgt ebenfalls eine sowohl strenge als auch tiefgehende Überprüfung deiner Krankengeschichte.

Berufsunfähigkeits­zusatzversicherung (BUZ)

Du willst keine selbstständige BU-Versicherung (SBU)? Dann erkundige dich bezüglich einer Zusatzversicherung. Dafür gibt es nämlich sehr viele Möglichkeiten:

  1. Risikolebensversicherungen:
    Diese kannst du oftmals um eine Berufsunfähigkeitsversicherung erweitern. Dadurch ist nicht nur deine Arbeitskraft abgesichert. Gleichzeitig verfügen deine Hinterbliebenen im Falle deines frühzeitigen Todes über ausreichend finanziellen Schutz.
  2. Private Altersvorsorge:
    Hier schlägst du zwei Klappen mit einmal. Der Vorteil: Wirst du berufsunfähig, laufen die Beiträge für deine Rente weiter. Du bist also auch im Alter abgesichert. Allerdings sind die Koste deutlich höher als bei einer BU-Versicherung.
  3. Betriebliche Altersvorsorge:
    Sie umfasst oftmals bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder bietet zumindest die Möglichkeit, sie dahingehend zu erweitern.

Letztendlich müssen wir jedoch sagen, dass keinen adäquaten Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung gibt. Denn wie wir bereits geschrieben haben: Es gibt nichts Wichtigeres als deine Gesundheit sowie deine Arbeitskraft.

 

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